Die Aus- und Weiterbildung in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie ist ein zentrales Thema für Qualität, Patientensicherheit und langfristige fachliche Kompetenz. Genau darum geht es in der dritten Folge des DGÄPC-Podcasts „Ungeschminkt – der Podcast für Ästhetische Chirurgie“.
In der auf YouTube veröffentlichten Episode spricht Dr. Michaela Montanari mit Dr. Dietmar Scholz und Prof. Dr. Tobias Hirsch über die Frage, wie gute Facharztausbildung und strukturierte Weiterbildung heute aussehen sollten, welche Unterschiede zwischen Klinik und Niederlassung bestehen und warum der Facharzttitel in der ästhetisch-plastischen Chirurgie häufig nur den Anfang einer weiteren Spezialisierung markiert.
Gerade die fachliche Laufbahn und das Engagement von Dr. Dietmar Scholz machen deutlich, wie wichtig Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und kontinuierliche Fortbildung in der Plastischen Chirurgie sind. Seine Kompetenz zeigt sich nicht nur in seiner langjährigen Tätigkeit als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, sondern auch in seiner Funktion als Leiter der DGÄPC-Akademie. Diese Aufgabe innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie unterstreicht seine besondere Rolle in der Fort- und Weiterbildung von Fachärztinnen und Fachärzten.
Die DGÄPC-Akademie steht für ein strukturiertes Weiterbildungskonzept, das operative Expertise, strategisches Praxiswissen, Qualitätssicherung und kollegialen Austausch miteinander verbindet. Damit wird die Erfahrung von Dr. Scholz nicht nur im klinischen und operativen Alltag sichtbar, sondern auch in seiner aktiven Mitgestaltung der Zukunft des Fachgebiets.
Was ist die DGÄPC?
Die DGÄPC, die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, wurde 1972 gegründet und gilt als die älteste Fachvereinigung in Deutschland, die sich ausschließlich auf die Ästhetisch-Plastische Chirurgie konzentriert. Zu ihren zentralen Zielen zählen die Qualitätssicherung, der wissenschaftliche Austausch sowie die strukturierte Fort- und Weiterbildung von Fachärztinnen und Fachärzten.
Mit Formaten wie der DGÄPC-Akademie und dem Podcast „Ungeschminkt“ setzt die Fachgesellschaft bewusst auf evidenzbasierte Information, transparente Aufklärung und die Förderung qualitätsorientierter Standards in der ästhetischen Chirurgie.
Die wichtigsten Inhalte des Podcasts auf einen Blick
Im Podcast wird deutlich, dass eine sichere und qualitativ hochwertige ästhetisch-plastische Behandlung immer auf fundierter Aus- und Weiterbildung basiert. Diskutiert wird, ob der Facharzttitel heute noch ausreicht oder ob er vielmehr als Ausgangspunkt für eine weiterführende Spezialisierung verstanden werden muss. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Unterschieden zwischen der Weiterbildung in der Klinik und den Anforderungen in der inhabergeführten Praxis.
Gleichzeitig geht es um die Frage, woran junge Fachärztinnen und Fachärzte ein gutes Weiterbildungsangebot erkennen können und welche Verantwortung erfahrene Operateurinnen und Operateure bei der Weitergabe ihres Wissens tragen. Besonders deutlich wird dabei: Kontinuierliche Fortbildung ist kein Zusatz, sondern eine entscheidende Voraussetzung für Qualität, Sicherheit und verantwortungsvolle Patientenversorgung in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie.
Der DGÄPC-Podcast zur Aus- und Weiterbildung in der Plastischen Chirurgie zeigt eindrucksvoll, dass fachliche Qualität weit über operative Technik hinausgeht. Erfahrung, strukturierte Weiterbildung, wissenschaftliche Orientierung und ein verantwortungsvoller Blick auf Patientensicherheit sind entscheidende Grundlagen moderner Plastischer und Ästhetischer Chirurgie.
Relevante Themenblöcke:
1. Vorstellung der Runde und Verbandsstrukturen
- 00:08 – Begrüßung durch die DGÄPC-Präsidentin Dr. med. Michaela Montanari.
- 00:38 – Vorstellung von Dr. med. Dietmar Scholz (Wiesbaden), Gründer und Leiter der DGÄPC-Akademie.
- 00:53 – Vorstellung von Prof. Dr. med. Tobias Hirsch, Leiter des Referats Ästhetik der DGPRÄC und Klinikdirektor in Münster/Hornheide.
- 01:01 – Erklärung der vier Säulen der Plastischen Chirurgie (Rekonstruktion, Verbrennung, Handchirurgie und Ästhetik).
2. Die Rolle der Ausbildung im Klinikalltag und ärztliche Haltung
- 04:03 – Was Ausbildung an einer Universitätsklinik bedeutet: Lebenslanges Lernen für alle Hierarchiestufen und die Verantwortung gegenüber den Patienten.
- 05:39 – Das Entwickeln einer “ärztlichen Haltung” in der Ästhetik (Risiko-Nutzen-Abwägung, Umgang mit der Erwartungshaltung von Patienten, kein “Schema F”).
3. Motivation für die DGÄPC-Akademie & Defizite im System
- 07:37 – Dr. Scholz berichtet über seine persönlichen Erfahrungen beim Übergang von der Klinik zur Praxis und seinen Aufenthalt in den USA.
- 08:52 – Der zunehmende Kostendruck in den Krankenhäusern führt dazu, dass reine Selbstzahler-Eingriffe (klassische ästhetische Operationen) im stationären System seltener ausgebildet werden können.
- 09:27 – Der Trend, dass fachfremde Disziplinen aufgrund wirtschaftlichen Drucks vermehrt in den ästhetischen Markt drängen.
4. Wandel der Weiterbildungslandschaft & Kooperationen
- 12:00 – Die Schwierigkeit, Ausbildung zu standardisieren (Arbeitszeitverdichtung, Ökonomisierung).
- 13:20 – Die Beobachtung: Frisch gebackene Fachärzte gehen immer früher und ohne langjährige Oberarzt-Erfahrung in die Niederlassung
- 14:02 – Der drohende Verlust von vollen Weiterbildungsermächtigungen in Kliniken durch neue Leistungsgruppen-Regelungen (Notwendigkeit von Ausbildungsverbünden).
- 19:13 – Das US-Modell der “Attendings” als Vorbild: Bessere Verzahnung von niedergelassenen Ärzten und Kliniken.
5. Komplikationsmanagement und wirtschaftliches Denken
- 22:15 – Warum Ästhetik das “plastisch-chirurgische Grundwerkzeug” (Intensivstation, Notaufnahme, Umgang mit schweren Komplikationen wie z.B. alten Aquafilling-Befunden) voraussetzt.
- 26:54 – Wirtschaftliche Kompetenz in der Ausbildung: Warum kostenbewusstes und unternehmerisches Denken sowohl in der Praxis als auch für Klinikärzte (z.B. nach dem Vorbild des kanadischen CanMEDS-Rollenmodells) essenziell ist.
6. Die Bausteine der neuen DGÄPC-Akademie vs. DGPRÄC-Angebote
- 33:03 – Die Zielgruppe der DGÄPC-Akademie (fortgeschrittene Assistenten im letzten Drittel und frisch Niedergelassene) und das Prinzip des kollegialen Lernens auf Augenhöhe.
- 34:11 – Vorstellung der ersten zwei Bausteine:
- Fach-Webinare (Start im April 2026 zum Thema Facelift).
- Persönliche Hospitationsplätze in den Praxen und OPs der Mitglieder (über 40 Plätze verfügbar).
- 36:16 – Prof. Hirsch stellt das komplementäre Angebot der DGPRÄC vor (knapp 100 Kurse, davon ca. 40 im Bereich Ästhetik, Online-Angebote wie die Powerakademie).
7. Patientensicherheit und die Flut an “Zertifikaten” auf dem Markt
- 40:57 – Woran Ärzte und Patienten hochwertige Fortbildungen erkennen können.
- 41:58 – Kritik an der Social-Media-Kultur (“Key Opinion Leaders” definieren sich oft über Follower-Zahlen statt über Qualifikation).
- 43:29 – Wissenschaft als Qualitätssicherung: Die Notwendigkeit, eigene Fallzahlen und Ergebnisse (z.B. über Patient-Reported Outcomes) kritisch nachzuntersuchen, um sich von reinen “Schönheitsdoktoren” abzugrenzen.
- 48:32 – Das Problem der rechtlich ungeschützten Begriffe (wie “Schönheitschirurg”) und das Fehlen strengerer gesetzlicher Regelungen für den reinen Ästhetik-Sektor.
