Entfernung von Tumoren der Brust (Brustkrebs)
Sämtliche Geschwülste in der Brust werden als Brusttumore bezeichnet. Der häufigste gutartige Brusttumor ist das Fibroadenom, das vom Drüsen- und Stützgewebe ausgeht. Seltener sind reine Adenome und Milchgangspapillome.
Gutartige Gewebswucherungen finden sich auch bei der Mastopathie, die zu den Brusttumoren im weiteren Sinne gerechnet werden kann. In diesen Veränderungen können sich leicht bösartige Brusttumore verstecken. Der häufigste bösartige Brustkrebs leitet sich vom Epithelgewebe der Milchgänge oder Drüsen ab (Mammakarzinom).
Brustkrebs kann grundsätzlich auf zwei Arten operiert werden:
- brusterhaltend, was anschließend immer eine Strahlentherapie zur Folge hat
- durch Amputation (Mastektomie, Ablatio) der betroffenen Brust (ca. 20% der Fälle)
Außerdem müssen die Lymphknoten in der Achselhöhle auf der betroffenen Brustseite entfernt werden. Entweder wird der sogenannte Wächter-Lymphknoten oder "sentinel-node" entfernt. Das ist der erste Lymphknoten, der eventuell vom Tumor befallen ist. Er wird vor der Operation radioaktiv markiert und kann dann mittels Detektor während der OP erkannt und entfernt werden. Oder es erfolgt die Entfernung der Axilla-Lymphknoten des Levels I und II. Dies sind zwei der drei Etagen-Lymphknoten der Achselhöhle, die in Stufen von Krebszellen befallen werden können.
Diese Lymphknotenentfernung dient in erster Linie der Prognose und der anschließenden Therapie, da der Befall dieser Knoten ein Zeichen der fortgeschrittenen, metastasierten Erkrankung ist. In zweiter Linie weiß man unterdessen, dass auch von belassenen Lymphknoten eine Krebszell-Streuung ausgehen kann, die Patientin also schneller erneut erkrankt, d.h. entweder ein Rezidiv (lokale Neuerkrankung in der betreffenden Brust) oder eine Metastasierung erfährt.
Durch die bei der Operation entnommenen Gewebselemente kann der Pathologe über den Tumor folgende Aussagen treffen:
- Tumorart (duktal=Drüsengänge betreffend, lobulär=Drüsenläppchen betreffend etc.)
- Entartungsgrad der Zellen (Grading)
- Gehalt der Zellen an Hormonrezeptoren (Östrogen- und Progesteronrezeptoren)
- Existenz von HER2-Rezeptoren (Human Epidermal Growth Factor Receptor Typ 2), so dass ein spezielles Medikament eingesetzt werden kann
- Befall der Achsel-Lymphknoten
Für eine brusterhaltende Operationen ist ein einzelner, begrenzt wachsender Tumor geeignet, der weder mit der Haut noch mit der Brustmuskulatur verwachsen scheint.
Für sehr große Tumore, bei denen eigentlich eine Amputation in Frage kommen würde, die Patientin aber dringend eine brusterhaltende Therapie wünscht, kann die neoadjuvante oder präoperative Chemotherapie eine Alternative sein, die den Tumor verkleinert. Dabei besteht jedoch die Gefahr,dass der Tumor in kleinere Nester zerfällt und bei der anschließenden brusterhaltenden OP makroskopisch nicht sichtbare Tumorreste in der Brust verbleiben.
Bei einer Brustamputation kann - wenn die Patientin es nach ausführlicher Aufklärung und Bedenkzeit wünscht - ein Wiederaufbau mittels Silikon-Implantat oder Eigengewebe (tramflap oder Latissimus-Dorsi-Lappen) erfolgen.
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